Behandlungen · 12. Mai 2026 · 5 Min.
Drei Mythen rund um Botulinum
Was im Internet kursiert und was im Behandlungsstuhl tatsächlich relevant ist.
Wenige Behandlungen haben so viele falsche Vorstellungen wie Botulinum. Drei davon, die mir in der Sprechstunde immer wieder begegnen.
Mythos 1: „Einmal angefangen, muss man immer weitermachen.”
Falsch. Wenn Sie Botulinum absetzen, bewegt sich der Muskel nach drei bis fünf Monaten wieder normal. Es bleibt nichts hängen. Die Falten kehren zu dem Stand zurück, an dem sie waren — nicht schlimmer, nicht besser.
Was stimmt: Wer Botulinum jahrelang regelmäßig erhält, hat in den behandelten Muskeln weniger Bewegung — und damit weniger neu entstehende Falten. Wer aufhört, ist also nicht „bestraft”, sondern verliert den Vorbeugungseffekt.
Mythos 2: „Wenig hilft wenig, also lieber gleich mehr.”
Falsch — und in der Behandlung sogar gefährlich. Eine zu hohe Dosis bei Erstpatientinnen führt zu unnatürlichen Ergebnissen, die acht bis sechzehn Wochen halten. Eine zu niedrige Dosis ist nach zwei Wochen mit einer Nachjustierung korrigierbar.
Bei Erstbehandlungen arbeite ich grundsätzlich mit der niedrigeren Dosis. Wenn nach zwei Wochen mehr nötig ist, ergänzen wir. Anders herum geht nicht.
Mythos 3: „Junge Haut braucht das nicht.”
Differenziert. Wer mit zwanzig oder fünfundzwanzig keine sichtbaren Mimikfalten hat, braucht nichts. Wer mit Mitte zwanzig schon eine deutliche Zornesfalte mit Bewegung sieht, kann mit kleinen Mengen die Vertiefung verlangsamen — bevor die Falte statisch wird.
„Baby-Botox” als Trendbegriff ist nicht sinnvoll. „Frühzeitige, sehr niedrige Dosis bei klarer Indikation” schon.
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